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Rückkehrerin Ines Dirscherl im Interview PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Dürr   
Dienstag, den 04. Mai 2010 um 13:30 Uhr

Sie war fast 18 Monate von der Bildfläche verschwunden, zumindest für die Öffentlichkeit. Jetzt ist Ines Dirscherl nach Schwangerschaft, Hochzeit und Geburt von Töchterchen Sina wieder da! Bei den Kreismeisterschaften am vergangenen Sonntag in Veitshöchheim gab sie ein vielversprechendes Comeback. Grund genug für uns ihr zehn Fragen zu stellen!

 

1.) Am Sonntag hast Du nach knapp 18 Monaten Wettkampfpause, in der Du geheiratet hast und Mutter geworden bist, Dein Comeback gefeiert. Bei den Kreismeisterschaften hast Du über 200m in 26,57 Sekunden den ersten Platz belegt. Wie zufrieden warst Du mit Deiner Leistung?
Eigentlich wollte ich schon ein bisschen schneller laufen aber aufgrund der Tatsache dass ich auf der Außenbahn ohne nennenswerte Konkurrenz ein einsames Rennen lief ist es schon in Ordnung. Die Saison ist noch jung und ich habe schon einmal bewiesen dass ich innerhalb von 3 Monaten eine deutliche Steigerung erreichen kann. 2006 bin ich Anfang Mai eine 26,04sek gelaufen und Mitte Juli eine 25,42sek. Wenn das Training weiterhin so gut läuft, ich verletzungsfrei bleibe und ich gegen gleichwertige oder stärkere Konkurrenz laufen muss bin ich mir sicher dass ich unter 26sek laufen kann!
2.) Wie geht es jetzt wettkampftechnisch weiter, wird man Dich wieder regelmäßig bei Wettkämpfen sehen?
Ja ich habe vor einige Wettkämpfe zu bestreiten und der Höhepunkt sollen die Bayerischen Einzelmeisterschaften Ende Juli in München sein!
3.) Woran fehlt es Dir momentan noch?
Ich muss schon noch einige Tempoeinheiten absolvieren um wieder richtig angreifen zu können. Sowohl bei der Frequenz, als auch bei der Schnelligkeitsausdauer gibt es noch Nachholbedarf. Nach so langer Trainingsabstinenz hat vor allem meine gesamte Beinmuskulatur ganz schön abgebaut!
4.) Wie sehr hat sich Dein Leben durch die Geburt geändert?
Alles dreht sich um Sina ;-)
Das leistungsorientierte Training vor der Schwangerschaft hat meinen Alltag neben dem Beruf geprägt! Jetzt ist das Training etwas in den Hintergrund getreten, denn die Familie und vor allem Sina sind nun das Wichtigste. Aber dennoch ist der Sport ein super schöner Ausgleich den ich mir gönne und wenn ich ausgeglichen bin wirkt sich das auch positiv auf meine Tochter aus!
5.) Wie schwer ist es Deinen Beruf als Physiotherapeutin, Mutter sein und Training unter einen Hut zu bringen?
Das erfordert ein gutes Zeitmanagement, welches ich mir sicherlich durch die vielen Leistungssportjahre angeeignet habe! Es gelingt mir sehr gut, aber ich habe auch das Glück, dass mein Mann Ralf und meine Eltern mich prima unterstützen und ich sicher und beruhigt sein kann, dass Sina dort in guten Händen ist!
6.) Deine Tochter Sina war im Trainingslager dabei und auch bei Deinem Comeback am Sonntag war sie unter den Zuschauern. Ist ihr Weg in die Leichtathletik schon vorgezeichnet?
;-) Ich hoffe doch! Spaß beiseite! Wenn sie älter ist darf sie natürlich selbst entscheiden, aber ich bin davon überzeugt, dass mein Mann und ich ihr die sportlichen Gene mitgegeben haben!
7.) Du warst eine der besten Siebenkämpferinnen in Süddeutschland, in nächster Zeit willst Du aber nicht mehr im Mehrkampf starten. Die Entscheidung hattest Du schon vor der Schwangerschaft getroffen. Warum?
Mir war klar, dass sich nach so vielen Jahren Mehrkampftraining etwas ändern muss. Dieses umfangreiche und vor allem techniklastige Training neben dem Beruf war eintönig geworden! Die beiden Sprintdisziplinen 100m Hürden und 200m waren im 7-Kampf meine Parade- und auch Lieblingsdisziplinen. Schließlich wurde ich 2006 Silbermedaillengewinnerin über 200m bei den Bayerischen Meisterschaften! Demnach fiel die Entscheidung nicht so schwer! Und wer weiß ob es mich nicht irgendwann doch wieder kitzelt einen Siebenkampf zu machen, und dann mit sehr guten Sprintergebnissen!
8.) Du trainierst jetzt in der Gruppe von LG-Sprinttrainer Jonas Wahler. Was hat sich trainingstechnisch für Dich geändert?
Als Mehrkämpferin glich mein Training eher einer Einzelkämpferin, die sich mit den Trainern (Ottmar Kröckel: Wurf und Hochsprung, Stefan Schmid: Sprint und Weitsprung, Bernhard Zink als Allroundtrainer) für die 7 Disziplinen fit machte! Jetzt mit dem Sprintteam zu trainieren ist auch für mich neu, macht Spaß und spornt mich an!
Jeder Trainer bringt neue Impulse und Jonas legt sehr viel Wert auf Lauftechnik. Einige neue Übungen bringen mich immer noch zur Verzweiflung ;-) Man lernt nie aus, das ist das Schöne dabei!
9.) Viele haben mit 28 Jahren längst die Spikes an den Nagel gehängt. Du nicht. Warum?
Seit 23 Jahren bin ich nun aktiv bei der LG Karlstadt und habe immer noch Hummeln im Hintern! Es kitzelt schon, wenn ich nur mit dem Kinderwagen am Sportplatz vorbei laufe.
Mein Herz gehört der Leichtathletik und solange ich noch gute Leistungen bringe, Spaß dabei habe und den Alltag unter einen Hut bringe werde ich auch dabei bleiben!
10.) Und was hast Du Dir für diese Saison noch vorgenommen?

;-) Den Jüngeren im Verein zeigen, dass man auch noch mit Ende 20 gute Zeiten laufen kann!
Mein Ziel ist es wieder eine 25er Zeit über die 200m auf die Bahn zu zaubern.

Quelle: www.lg-karlstadt.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ines Dirscherl bei ihrem Comeback am Sonntag in Veitshöchheim (Bild: Bernd Schnurr)

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Mai 2010 um 13:50 Uhr
 

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